Pressemitteilung: Anwohnende positionieren sich für konstruktiven Dialog zum geplanten Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel

Unter dem Namen „Südi bleibt solidarisch“ (Arbeitstitel) hat sich Mitte Januar ein Zusammenschluss von Anwohnenden aus dem Pantaleonsviertel und angrenzenden Veedeln gebildet, der dem geplanten Suchthilfezentrum am Perlengraben/Wilhelm-Hoßdorf-Straße offen gegenübersteht. Die Gruppe versteht sich als Zusammenschluss von Anwohnenden, die die die Ausweitung von Angeboten für suchterkrankte Menschen auch in der eigenen Nachbarschaft begrüßen. Anlass ist die anhaltende öffentliche Debatte um den Standort sowie der Infoabend der Stadt Köln am Dienstag, 20. Januar 2026, im Berufskolleg am Perlengraben. Bereits am 16. Januar 2026 hat die Gruppe die Online-Petition „Ja zum geplanten Suchthilfezentrum an der Haltestelle Severinstraße (Köln)“ gestartet. Die Gruppenmitglieder möchten sichtbar machen, dass es im Wohnviertel unterschiedliche Perspektiven gibt — auch Stimmen, die in dem Suchthilfezentrum eine Chance sehen, unter Bezug auf Erkenntnisse der Suchtforschung der Problematik der offenen Drogenszene nachhaltig entgegenzuwirken und betroffenen Menschen wirksam zu helfen. Dies auch im Sinne des Viertels und seiner Anwohnenden. Ziel des Zusammenschlusses ist es ausdrücklich nicht, die Nachbarschaft zu spalten, sondern einen offenen, konstruktiven Austausch zu ermöglichen — sowohl mit der Stadt Köln als auch mit besorgten Anwohnenden. Die späte und teilweise unzureichende Information hat in der Nachbarschaft zu Verunsicherung beigetragen; der Zusammenschluss möchte nach der Vorstellung des Konzepts am Dienstagabend aktiv dazu beitragen, wieder mehr Sachlichkeit und Austausch zu ermöglichen.

Sebastian Endres, Anwohner im Pantaleonsviertel und Mitglied der Gruppe, erläutert: „Wir verstehen, dass aufgrund der zunächst fehlenden Informationen im Viertel Sorgen und Bedenken entstanden sind — einiges davon haben wir als Anwohnende selbst geteilt. Unsere grundsätzliche Befürwortung für die Erweiterung des Angebots für Suchterkrankte auch im eigenen Viertel stand bereits vor der Infoveranstaltung der Stadt Köln fest. Auf Grundlage der Inhalte und Zusagen aus der gestrigen Veranstaltung bekräftigen wir unsere ausdrückliche Befürwortung. Das Konzept ist in anderen Städten erprobt und wurde detailliert vorgestellt. Wir erwarten, dass die zugesagten Maßnahmen konsequent umgesetzt werden, damit der offenen Drogenszene ganzheitlich entgegengewirkt und geholfen wird.“

Dr. Eva-Maria Grommes, ebenfalls Gruppenmitglied und Anwohnerin im angrenzenden Severinsviertel, ergänzt: „Mit einer frühzeitigeren, transparenten Kommunikation hätten sich viele Ängste möglicherweise vermeiden lassen. In der Debatte haben sich Annahmen verfestigt — etwa, das Züricher Modell sei für Crack ungeeignet oder ein Suchthilfezentrum ziehe zusätzliche Konsumierende an. Unser Ziel ist es, Fehlinformationen entgegenzuwirken und Offenheit für Lösungen zu fördern. Eine reine 'Not in my Backyard'-Haltung führt nicht weiter.“

Der Zusammenschluss „Südi bleibt solidarisch“ (Arbeitstitel) ist eine lose organisierte Gruppe von Anwohnenden aus dem Pantaleonsviertel und den angrenzenden Veedeln, die sich im Januar 2026 als Reaktion auf die Proteste gegen das geplante Suchthilfezentrum über ein Nachbarschaftsportal zusammengetan hat. Eine Formalisierung der Gruppe wird derzeit geprüft. Eine Außendarstellung zur Kontaktaufnahme und zu Informationszwecken ist in Planung. Am Dialog Interessierte können in der Zwischenzeit per Mail an info@suedi-bleibt-solidarisch.de mit der Gruppe Kontakt aufnehmen.

Die Petition „Ja zum geplanten Suchthilfezentrum an der Haltestelle Severinstraße (Köln)“ verzeichnet Stand 21. Januar 2026 mehr als 550 Unterschriften und argumentiert mit Erkenntnissen zu Drogenkonsumräumen, betont die Notwendigkeit niedrigschwelliger Hilfsangebote und fordert transparente Schutz- und Sicherheitskonzepte sowie eine intensive Beteiligung der Nachbarschaft.