Pressemitteilung: Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende: Südi bleibt solidarisch fordert schnelle Umsetzung des Suchthilfezentrums und Sofortmaßnahmen für Köln

Köln, den 20.07.2026

Anlässlich des bundesweiten Gedenktags für verstorbene Drogengebrauchende am 21. Juli fordert die Initiative Südi bleibt solidarisch die Stadt Köln auf, den Bau des beschlossenen Suchthilfezentrums zügig voranzutreiben und kurzfristig wirksame Übergangslösungen zu schaffen. Hintergrund sind die weiterhin steigenden Drogentodeszahlen sowie die angespannte Situation der offenen Drogenszene in Köln. Im Jahr 2025 starben bundesweit 2.150 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Das sind so viele wie nie zuvor. In Köln und Leverkusen wurden im vergangenen Jahr 80 Drogentodesfälle registriert. Nach Angaben von Fachleuten stehen inzwischen mehr als 80 Prozent der Todesfälle im Zusammenhang mit Mischkonsum. Zudem breiten sich hochpotente synthetische Opioide zunehmend aus. Gleichzeitig werden die Betroffenen immer jünger. Inzwischen ist nahezu jeder fünfte Drogentote unter 30 Jahre alt.

Die Initiative fordert deshalb, den Ratsbeschluss zum Suchthilfezentrum nun konsequent umzusetzen und die Ausarbeitung der Betriebs- und Sicherheitskonzepte mit höchster Priorität voranzutreiben. Darüber hinaus spricht sie sich für eine kurzfristige Interimslösung bis zur Eröffnung des Suchthilfezentrums, die schnellstmögliche Rückkehr zu den bisherigen Öffnungszeiten sowie den dauerhaften Erhalt des Drogenkonsumraums am Neumarkt aus. Aus Sicht der Initiative müssen bestehende und neue Hilfsangebote sich sinnvoll ergänzen und gemeinsam weiterentwickelt werden. Nur so kann das von der Stadt angestrebte Zürcher Modell mit mehreren aufeinander abgestimmten Suchthilfeeinrichtungen erfolgreich umgesetzt werden. Gleichzeitig fordert die Initiative die zeitnahe Planung weiterer innerstädtischer Suchthilfezentren, damit Hilfsangebote ausgebaut und die Belastungen für die einzelnen Standorte besser verteilt werden.

„Der Gedenktag erinnert uns daran, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht. Die Zahl der Drogentoten steigt seit Jahren, gleichzeitig werden die Betroffenen immer jünger. Das macht deutlich, wie dringend wir wirksame und niedrigschwellige Hilfsangebote brauchen.“

Dr. Eva-Maria-Maria Grommes - Sprecherin von Südi bleibt solidarisch

Sebastian Endres, ebenfalls Sprecher der Initiative, verweist auf die Erkenntnisse aus der Suchthilfe. Gefährlicher Mischkonsum und die zunehmende Verbreitung synthetischer Opioide führten dazu, dass Überdosierungen immer schwerer vorhersehbar und lebensbedrohlicher würden. Gerade deshalb seien Drogenkonsumräume und umfassende Suchthilfezentren unverzichtbar:

„Sie retten Leben, weil medizinisches Personal im Notfall sofort eingreifen kann. Gleichzeitig eröffnen sie den Zugang zu Beratung, Behandlung und weiterführender Hilfe.“

Sebastian Endres - Sprecher von Südi bleibt solidarisch

Die Initiative sieht den Ratsbeschluss für das geplante Suchthilfezentrum als wichtigen Meilenstein, betont jedoch, dass dieser nur der Anfang sein könne.

„Der Ratsbeschluss darf nicht das Ende der politischen Verantwortung sein, sondern muss der Beginn einer konsequenten Umsetzung sein“,

Dr. Eva-Maria-Maria Grommes - Sprecherin von Südi bleibt solidarisch

Endres ergänzt, dass die aktuelle Situation in der Innenstadt zeige, dass Verdrängung keine Lösung sei. Menschen mit Suchterkrankungen verschwänden nicht, sondern wichen auf andere Orte aus, wie sich derzeit in Köln deutlich zeige. Umso wichtiger sei es, bestehende Hilfsangebote zu stärken, neue Angebote zügig zu schaffen und die Suchthilfe in Köln insgesamt weiter auszubauen. Südi bleibt solidarisch ist eine Initiative von Anwohner*innen aus dem Pantaleonsviertel, Severinsviertel und angrenzenden Veedeln in Köln. Die Initiative setzt sich für eine sachliche, solidarische und lösungsorientierte Debatte rund um das geplante Suchthilfezentrum ein. Im Mittelpunkt stehen die Verbesserung der Situation suchtkranker Menschen, die Stärkung niedrigschwelliger Hilfsangebote sowie eine nachhaltige Entlastung des öffentlichen Raums und der Nachbarschaften.