Statement Südi bleibt solidarisch: Klärungsbedarf beim Suchradius darf Umsetzung des Suchthilfezentrums nicht verzögern
Köln, den 01.04.2026
Die Initiative Südi bleibt solidarisch betont angesichts der aktuellen Berichterstattung zur Standortsuche für das geplante Suchthilfezentrum in Köln, dass die grundsätzliche Notwendigkeit eines solchen Angebots davon unberührt bleibt. Dessen Umsetzung muss weiterhin höchste Priorität haben. Zwar besteht Klärungsbedarf hinsichtlich der Anpassung des Suchradius im Planungsprozess sowie zur Transparenz der Kommunikation seitens der Stadt Köln. Diese war aus Sicht der Initiative im bisherigen Verfahren nicht ausreichend und hat zur Verunsicherung von Anwohnenden beigetragen. Ihre Verbesserung ist für Vertrauen und Akzeptanz im weiteren Prozess entscheidend. Unabhängig davon liegt der aktuell vorgesehene Standort im Bereich Perlengraben/Wilhelm-Hoßdorf-Straße nach Einschätzung von Fachleuten in einer Entfernung zum Hotspot der offenen Drogenszene am Neumarkt, die grundsätzlich geeignet ist, von der Szene angenommen zu werden. Aus Sicht der Initiative ist dies eine zentrale Voraussetzung für die Wirksamkeit eines solchen Angebots. So können Suchterkrankte zeitnah ein umfassendes Hilfsangebot erhalten und zugleich der öffentliche Raum entlastet werden. Transparenz und eine nachvollziehbare, demokratisch legitimierte Entscheidungsfindung sind aus Sicht der Initiative zentrale Voraussetzungen für Akzeptanz in der Stadtgesellschaft. Gleichzeitig darf die notwendige Klärung offener Fragen nicht dazu führen, dass sich die Umsetzung des dringend benötigten Hilfsangebots verzögert.
Südi bleibt solidarisch hatte Anfang Februar einen Fragenkatalog an die Stadt Köln übermittelt, der am 20. März beantwortet wurde. Neben Fragen zum Gesamtkonzept, zu Sicherheitsaspekten, Finanzierung, Entscheidungsprozess und Anwohnendenbeteiligung wurden auch konkrete Fragen zu den Suchkriterien für die Standortwahl Perlengraben formuliert. Unmittelbar nach Erhalt der Antworten hat die Initiative aufgrund von Hinweisen in der öffentlichen Debatte zu einem im Verfahren geänderten Suchradius um Klärung gebeten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung wurde dieser Bitte am 29. März erneut Nachdruck verliehen. Eine Rückantwort steht bislang aus. „Entscheidend ist aus unserer Sicht, dass zeitnah ein funktionierendes Suchthilfezentrum geschaffen wird. Nur so kann sich die Situation für suchterkrankte Menschen in der offenen Drogenszene spürbar verbessern und zugleich der öffentliche Raum entlastet werden. Jede Verzögerung bedeutet eine weitere Verschärfung der Situation“, erklärt Sebastian Endres, Anwohner im Pantaleonsviertel und Sprecher von Südi bleibt solidarisch. „Wir haben den Punkt eines erweiterten Suchradius frühzeitig aufgegriffen und direkt nach der Beantwortung unseres Fragenkatalogs durch die Stadt Köln eine entsprechende Rückfrage gestellt. Nach der aktuellen Berichterstattung haben wir diese nochmals konkretisiert und um eine zeitnahe Einordnung gebeten.“ Eine Akteneinsicht liegt der Initiative bislang nicht vor. Auf Grundlage der derzeit verfügbaren Informationen sei daher nicht abschließend nachvollziehbar, wie die Anpassung des Suchradius konkret zu bewerten ist und welche fachlichen oder strategischen Überlegungen ihr zugrunde lagen. „Wir möchten uns an Spekulationen nicht beteiligen. Für uns ist Transparenz wichtig, und wir erwarten hier eine klare Einordnung durch die Stadt“, erläutert Dr. Eva-Maria Grommes, ebenfalls Sprecherin der Anwohnendeninitiative. Unabhängig davon hält Südi bleibt solidarisch an seiner grundsätzlichen Position fest, betont Grommes: „Die aktuelle Debatte über den Suchradius ändert nichts daran, dass ein Suchthilfezentrum dringend benötigt wird. Es geht darum, eine Lösung zu schaffen, die sowohl den betroffenen Menschen als auch dem Umfeld zugutekommt.“ Zugleich weist die Initiative darauf hin, dass die laufende Debatte von unterschiedlichen Interessen geprägt ist. „Verschiedene Akteure bewerten den Prozess aus unterschiedlichen Perspektiven. Diese unterschiedlichen Interessenlagen sollten in der öffentlichen Diskussion transparent mitgedacht werden“, ergänzt Endres.
Südi bleibt solidarisch ist eine Initiative von Anwohnerinnen
und Anwohnern aus dem Pantaleonsviertel und angrenzenden Veedeln, die
sich für eine sachliche, solidarische und lösungsorientierte
Auseinandersetzung rund um das geplante Suchthilfezentrum einsetzt. Im
Mittelpunkt des Interesses der Engagierten steht die Verbesserung der
Situation für suchterkrankte Menschen sowie eine nachhaltige
Entlastung des öffentlichen Raums für alle Beteiligten. Der
Fragenkatalog der Initiative an die Stadt Köln zum geplanten SHZ am
Perlengraben sowie die Antworten der Stadt sind auf der Homepage
https://suedi-bleibt-solidarisch.de/
einsehbar.
Südi bleibt solidarisch wird gemeinsam mit der
Karl-Rahner-Akademie und der Melanchton-Akademie Anfang Mai eine
Podiumsdiskussion in der Kartäuserkirche ausrichten. Zur Ratssitzung
am 12. Mai ist eine Kundgebung geplant. Über beide Veranstaltungen
wird die Initiative auf ihrer Homepage und ihrem
Instagramkanal
informieren und dazu einladen.